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Die heilende Sprache der Berührung

  • bkobler
  • vor 5 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wie Ayurveda-Massagen Körper und Geist transformieren.


In unserer hektischen, oft berührungsarmen Zeit vergessen wir leicht, welche transformative Kraft in einer achtsamen Berührung liegt. Die jahrtausendealte Weisheit des Ayurveda erinnert uns daran: Berührung ist eine Sprache, die unsere Zellen unmittelbar verstehen und auf die sie reagieren.


Wenn die Haut zu sprechen beginnt

Unsere Haut ist ein hochsensibles Wahrnehmungsorgan, ausgestattet mit Millionen von Rezeptoren, die ständig Informationen aufnehmen und verarbeiten. Bei einer achtsamen Massage empfangen unsere Zellen Botschaften – Botschaften der Sicherheit, der Fürsorge und des Wohlwollens. Diese Informationen werden direkt an unser Nervensystem weitergeleitet und setzen heilsame, biochemische Prozesse in Gang.

Jede Berührung trägt eine Qualität in sich. Deshalb muss sie mit Achtsamkeit, Präsenz und Respekt ausgeführt werden, damit ihre heilende Wirkung sich entfalten kann.


Der Vagusnerv – Dirigent unserer inneren Ruhe

Als längster Hirnnerv unseres Körpers verbindet er das Gehirn mit nahezu allen inneren Organen. Er ist der Hauptakteur unseres Parasympathikus – jenem Teil des autonomen Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Heilung zuständig ist.

Durch sanfte, achtsame Berührungen wird der Vagusnerv aktiviert. Dieser sendet ein klares Signal an den Körper: "Du bist sicher. Du darfst loslassen." In diesem Zustand der tiefen Entspannung können natürliche Heilungsprozesse stattfinden, die im Stress-Modus blockiert wären.


Positive Wirkung auf Hormone:

Die achtsame Berührung der Ayurveda-Massage beeinflusst unmittelbar unsere Hormonproduktion.


Cortisol sinkt: Das Stresshormon Cortisol, das bei chronischer Anspannung dauerhaft erhöht ist, wird nachweislich durch Massage reduziert. Der Körper kann endlich aus dem Dauerstress-Modus aussteigen und zur Ruhe kommen.


Oxytocin steigt: Das sogenannte "Bindungshormon" oder "Kuschelhormon" wird freigesetzt und vermittelt Gefühle von Vertrauen, Geborgenheit und Verbundenheit. Es stärkt unser Immunsystem und fördert emotionale Heilung.


Serotonin erhöht sich: Unser natürliches "Glückshormon" steigt an, was zu verbesserter Stimmung, innerer Ausgeglichenheit und einem tiefen Gefühl von Zufriedenheit führt.


Melatonin wird reguliert: Die Massage unterstützt die Regulation unseres Schlaf-Wach-Rhythmus und bereitet den Weg für erholsamen, tiefen Schlaf.


Die Zirbeldrüse – das innere Licht erwacht

Besonders faszinierend ist die Verbindung zur Zirbeldrüse. Diese kleine, aber mächtige Drüse im Zentrum unseres Gehirns wird in spirituellen Traditionen oft als "drittes Auge" bezeichnet. Sie produziert Melatonin und reguliert damit unseren  Tag-Nacht-Rhythmus.

In der Ayurvedischen Tradition wird die Zirbeldrüse als Sitz höheren Bewusstseins betrachtet. Durch die tiefe Entspannung während einer achtsamen Massage und die damit verbundene Aktivierung des Vagus-Systems wird auch die Funktion dieser besonderen Drüse harmonisiert.

Die Auswirkungen sind spürbar: besserer Schlaf, klarere mentale Ausrichtung und ein tieferes Gefühl innerer Verbundenheit – mit uns selbst und der Welt um uns herum.


Die Kunst der achtsamen Berührung

All diese wunderbaren Wirkungen entfalten sich jedoch nur, wenn die Berührung selbst von echter Qualität ist. Im Ayurveda weiß man seit jeher: Die Absicht, mit der berührt wird, überträgt sich auf den Empfangenden. Eine mechanische, unachtsame oder gar lieblose Berührung kann nicht dieselbe Heilwirkung entfalten wie eine Berührung, die aus dem Herzen kommt.

Deshalb ist die innere Haltung des Praktizierenden von entscheidender Bedeutung. Sie umfasst Präsenz im gegenwärtigen Moment, Respekt vor der Würde des anderen Menschen, ein tiefes Bewusstsein für die Kraft der Berührung und die Verbindung zum eigenen Herzen.


Eine Einladung zur Heilung

Die Ayurveda-Massage ist weit mehr als Wellness oder Entspannung. Sie ist eine Form der Medizin, die auf zellulärer, neurologischer und hormoneller Ebene wirkt. Sie erinnert uns daran, dass wir als

Menschen auf Berührung angewiesen sind und dass unser Körper die Sprache der achtsamen Zuwendung versteht und darauf antwortet.

In einer Zeit, in der Stress, Hektik und Entfremdung zunehmen, bietet uns die Ayurvedische Massagekunst einen kostbaren Weg zurück zu uns selbst – zu Entspannung, Balance und innerem Frieden. Sie lädt uns ein, wieder in Kontakt zu kommen mit der Weisheit unseres Körpers, der genau weiß, was er braucht, um zu heilen.

Denn die Zellen wissen es längst: Achtsame Berührung ist Heilung.



 
 
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